Du warst sehr lange in einer Beziehung und nun bist du plötzlich mit dem Alleinsein konfrontiert? Oder du hast dich immer nur in deine Arbeit gestürzt und bisher einen Partner an deiner Seite einfach nicht vermisst – das ist aber jetzt anders?

Lerne in den fünf Phasen der Bindung, wie du jede einzelne Phase beeinflussen kannst, um deinen Traumpartner zu finden und zu halten.

Der Psychologe Jeffrey Hall fand mittels einiger Studien heraus, dass die durchschnittliche Frau nur 18 Prozent der Flirtsignale erkennt, welche Männer aussenden. Das heißt, dass Frauen oftmals unbemerkt angeflirtet werden und nur jeder 5. Flirtversuch überhaupt als solcher erkannt wird. Vielleicht ist dein Traummann also schon an dir vorbeigelaufen und du hast es gar nicht bemerkt? Das wird dir jetzt nicht mehr passieren 🙂

Liebe folgt bestimmten Codes, ermuntert der Mimikforscher Dirk Eilert jeden Liebessuchenden. Wir können auf erfolgversprechende Signale achten und diese aussenden. Liebe sei kein Zufall, sondern folgt Gesetzmäßigkeiten.

In jeder der nachfolgenden Abschnitte gibt es Stellschrauben, welche du positiv für dich nutzen kannst. Du wirst mit Leichtigkeit durch die Wellen surfen und bleibst nicht in einer Phase stecken. Kennst du auch Kolleginnen, die jahrelang von einem attraktiven Mitarbeiter aus der Marketingabteilung schwärmen? Sie gehen vielleicht gemeinsam in der Betriebskantine essen, kommen aber von der Aufmerksamkeitsphase nicht auf ein höheres Level.

Schauen wir uns einmal die Phasen zur Bindung genauer an:

1. Die Phase der Bindung: Die Aufmerksamkeit

Wie sorgen wir dafür, dass wir gesehen werden?

Begebe dich in die „Sichtbarkeitslinie“ der gewünschten Person und sorge dafür, erst einmal bemerkt zu werden. Dann kannst du feststellen, ob die andere Person Interesse an dir zeigt, welches für einen Erstkontakt reicht. Ist eine gewisse Anziehung da?

Beobachte genau den Gesichtsausdruck deines Gegenübers. Gehen die Oberlider leicht nach oben (vielleicht sogar mit einem Anheben der Augenbrauen)? Wird dies mit einem Ausdruck von Freude kombiniert (damit ist kein höfliches, sondern ein freudiges Lächeln gemeint, welches das Belohnungszentrum im Gehirn anregt)? Lachen die Augen vielleicht sogar mit? Dann sieht es gut für dich aus:-)

Dirk Eilert empfiehlt, die Mimik-Erkennungsübungen vorher beim Shoppen mit einer Freundin zu trainieren. Wie sieht sie aus, wenn sie ein tolles Kleid entdeckt hat? Merke dir unbedingt diesen Gesichtsausdruck 🙂

2. Die Phase der Bindung: Die Wahrnehmung

Die andere Person hat ihr Interesse gezeigt – wie nun am besten weitermachen? Die gute Nachricht ist, dass das nonverbale Interesse erst einmal bestehen bleibt.

Nun kommt ein Faktor der Biochemie ins Spiel. Keine Angst, du brauchst kein Chemie-Studium: Wenn Freude- und Stresssignale ausgesandt werden (dies kannst du durch ausgeführte Beruhigungsgesten ablesen, z.B. ein Kratzen im Bartwachstumsbereich des Mannes, bei Frauen das Spielen mit den Haaren, Streichen über den Halsbereich) ist dies ein gutes Zeichen. Die andere Person fühlt nun auch die Angst vor Ablehnung. Damit ist erwiesen, dass das Interesse über freundschaftliche Wünsche hinausgeht. Die Flirt-Brüder Sympathie und Attraktivität sorgen für wackelige Knie deines Gegenübers.

In dieser Phase ist die Gesichtsmimik besonders interessant, da diese direkt mit dem Emotionszentrum im Kopf „verdrahtet“ ist: Die Mimik reagiert schneller als der Verstand – es gibt viele mimische Reaktionen, welche wir nicht kontrollieren können. (Es handelt sich hierbei um sogenannte Mikroexpressionen – das heißt, Ausdrücke im Gesicht, welche 40 Millisekunden dauern und nicht vom Intellekt beeinflusst werden können).

Dieser Effekt wird besonders gespürt, wenn das Gegenüber eine Sonnenbrille trägt – sofort sind wir unsicher, weil wir die ganze Mimik der Person nicht erfassen können. Die Mimik transportiert außerdem sehr zuverlässig, wie es dem Anderen geht und funktioniert kulturübergreifend gleich.

3. Die Phase der Bindung: Das Gespräch

gespraech

Frauen führen beim Flirt. Eine neue Erkenntnis 🙂 Wenn der Mann durch positive Signale der Frau ermutigt wird, kann sich ein Gespräch entwickeln. Etwa so: „Kennst du dich in dieser Gegend aus, ich suche xyz…“ oder: „Welche Musikrichtung bevorzugst du?“
Ähnlichkeit steigert hierbei die Attraktivität. Menschen, die in der gleichen Stadt leben, den gleichen Vornamen teilen oder am selben Tag Geburtstag haben, finden sich sympathischer. Deshalb ist es gut, wenn du gemeinsame Hobbys oder Anknüpfungspunkte findest.

Immer richtig ist es, Themen ansprechen, welche Interessensignale oder/und Freude erzeugen.
Menschen, die sich auf diese Weise nähern und mögen, bewegen sich schließlich im Spiegeleffekt des gleichen Rhythmus: Der eine greift zum Glas, der andere auch…
Die Bewegungen werden gleichförmiger. Mimisch kann ich die Gesichtsausdrücke des Gesprächspartners spiegeln (natürlich dabei nicht übertreiben und das eigene Gefühl sollte von „innen“ kommen;-)
Auch der Abschnitt des ersten Dates bietet so einige Stolperfallen. Wichtig ist hier, den „Hitchcock-Effekt“ zu vermeiden.

Was dieser Effekt ist? Eilert erklärt dieses Schema so:

Der Hitchcock-Effekt

Eine Familie reist in ein abgelegenes Landhaus, welches in Nebelschwaden versinkt. Die Stimmung auf den Fluren ist düster und geheimnisvoll. Der Vater möchte sich noch etwas zu trinken holen, betritt die Küche und sieht dort eine Leiche liegen. Mit zittrigen Beinen holt er den Rest der Familie. Er kann vor Aufregung kaum sprechen, aber er vermittelt schließlich, eine tote Person auf dem Boden gesehen zu haben.

Natürlich ist nun die Leiche weg.

Die Familienmitglieder fangen nun entweder an zu schmunzeln: „Na, setz mal lieber deine Brille auf, wenn du abends noch raus gehst!“ oder wahlweise: „Das wird schon nichts gewesen sein! Du bist völlig überarbeitet…“ und was dergleichen Kommentare mehr sind.

Die Situation für den armen Vater ist nun äußerst unangenehm: Nach dem Fund der Leiche glaubt nun niemand seiner Wahrnehmung.

landhaus

Was bedeutet das nun für die alltägliche Kommunikation? Das Übergehen der Wahrnehmung einer anderen Person kann fatal sein und Ablehnung hervorrufen. Der Mensch steht ohnehin schon im Stress, dazu wird seine Wahrnehmung einfach „abgetan“.

Wie nun richtig reagieren?

Auch wenn es nahe liegt und uns tröstend erscheint, sollten wir auf keinen Fall die Emotion des Anderen herunterspielen: „Reg dich doch nicht so über eine Kleinigkeit auf, das wird alles wieder!“

Durch diese Reaktion fühlt sich unser Gegenüber nicht wertgeschätzt, nicht in seinem ganzen Sein angenommen und die Nähe nimmt ab.

Besonders im Flirtgespräch ist es jedoch wichtig, dass du Nähe förderst und mit dem anderen „in Resonanz“ gehst. Dies kannst du tun, indem du die Aussage deines Gegenübers aufnimmst und zurückkoppelst. Teile dann einfach nur deine Beobachtung mit, wie beispielsweise: „Du runzelst gerade die Stirn… Du ziehst gerade die Augenbrauen zusammen…“ – und dann wartest du einfach ab. Durch diese Spiegelaussagen kann dein Gesprächspartner dir nur zustimmen und geht wieder mit dir in Resonanz und spricht über seine Gefühle.

Alternativ geht auch: „Ich habe den Eindruck/das Gefühl, du bist verärgert…“ Auch wenn wir vielleicht sehr gerne ermutigen und Ratschläge geben würden, gilt es, sich hier zurückzuhalten.

4. Die Phase der Bindung: Annäherung

Die körperliche Nähe nimmt in dieser Phase zu, man berührt den anderen Menschen zuerst wie zufällig und testet, ob es weitergehen kann oder nicht. Wenn die Person zustimmend reagiert (Freude im Gesicht, leicht zur Seite geneigter Kopf, weiches Lächeln) – und nicht die Oberlippe kurz hochzieht (ein Zeichen der Ablehnung), kann der nächste Abschnitt erfolgreich eingeleitet werden 🙂

Die Haut ist unser größtes Sinnesorgan (mit einer Fläche von ca. 2 qm), deshalb betont Dirk Eilert, dass man von der Macht der Berührung sprechen kann. Berührungen führen zu einer direkten emotionalen Reaktion deines Gegenübers (sowohl im positiven als auch im negativen Bereich). Kuscheln, Berührungen, Küsse aktivieren das Bindungshormon Oxytocin, welches auch unter dem Namen „Treuehormon“ bekannt ist.

Die erste Stufe ist hierbei die Berührung der Hände (z.B. beim gemeinsamen Anschauen von Bildern auf dem Iphone, im Restaurant könnte der Moment sein, wenn der Salzstreuer übergeben wird). Die zweite Stufe beinhaltet die Kombination der Berührung Hand – Schulter. Die dritte Stufe geht meist von der Berührung Hand – Taille in den ersten Kuss über, wobei das Intimitätslevel weiter steigt (Kopf zu Kopf, bzw. Körper zu Körper).

Der Mimikexperte tendiert dazu, einen ersten Berührungstest zu machen, wenn das Gespräch bereits auf einer gefühlvollerer Ebene angekommen ist. Der Blickkontakt ist intensiv – nun kannst du probeweise den Handrücken oder Unterarm deines Gegenübers sanft und kurz streifen.
Achte auf die Intensionsbewegungen: Macht der Andere schon eine Geste, dich zu umarmen? Nähern sich eure Hände auf der Tischmitte mehr und mehr? Dann handelt es sich um positive Zeichen, welche vermitteln, dass eine Berührung gewünscht wird 🙂

5. Die Phase der Bindung: Festigung

Hier findet der erste Kuss statt, der erste Sex – aber auch die Frage: „Wie halte ich die Liebe frisch?“
Wichtig sind hier die Faktoren Inspiration, Sicherheit und Entfaltung.

Das wird ein Baustein des Onlinekurses bei „Er steht einfach auf dich“ sein – bitte schaue wieder vorbei 🙂

Wer die fünf Phasen im Kopf behält, ist natürlich immer einen (Flirt-) Schritt voraus 🙂

Viel Freude, in welcher Phase du auch gerade bist 🙂

Hast du Fragen oder fühlst du dich unsicher bei der Partnersuche? Gern kannst du ein Coaching mit mir vereinbaren.