Die fünf Sprachen der Liebe

Eine eigene Liebessprache? Ist das nicht verrückt, ist die Sprache der Liebe nicht überall gleich?

Nein, ist sie nicht 🙂 Wir lieben auf verschiedene Art und Weise. Ist es dir schon einmal passiert, dass du nach einem anstrengenden Arbeitstag genervt nach Hause kommst und am liebsten auf die Couch plumpsen möchtest – aber in der Küche türmen sich alte Töpfe und Pfannen? Dein Partner hatte hingegen einen freien Nachmittag und zieht dich schon ins Schlafzimmer. Aber in dir kriecht Ärger hoch, weil du jetzt erst einmal das Chaos beseitigen musst.

Vielleicht fühlst du aber auch einen Mangel an Streicheleinheiten und hast deshalb schlechte Laune. Dein Partner strahlt dich jedoch an und sieht nicht, was dir fehlt. Ihm ist es doch gerade gelungen, deinen raren Lieblingskaffee zu besorgen. Schließlich seid ihr beide frustriert. Es könnte durchaus sein, dass ihr aneinander vorbei liebt.

Der amerikanische Seelsorger und Philosoph Gary Chapman erkannte fünf Liebessprachen. Wenn du diese kennst, kannst du schon von vornherein auf gezielte Partnersuche gehen und schauen, dass ihr die gemeinsame Liebessprache sprecht. Wenn du schon in einer Beziehung bist, kannst du seine und deine Empfindungen besser zuordnen und eure Sprachen anpassen.

Hier kommen die fünf Sprachen:

1. Sprache der Liebe: bedingungslose Hilfsbereitschaft

„Wer nicht im Augenblick hilft, scheint mir nie zu helfen, wer nicht im Augenblick Rat gibt, nie zu raten.“

Johann Wolfgang von Goethe

Du zeigst deinem Partner deine Gefühle der Zuneigung, indem du ihn nach Kräften unterstützt. Mit Rat und Tat stehst du ihm zur Seite – auch wenn du manchmal vielleicht auch keine Lust auf bestimmte Aufgaben hast. Aber wenn dein Freund sich bestimmte Dinge wünscht und es ihn entlastet, möchtest du ihm eine Freude machen. Also krempelst du die Ärmel hoch und startest.

Du wiederum fühlst dich geliebt, wenn du nach einem anstrengenden Weiterbildungstag nach Hause kommst und dein Partner hat bereits die Wäsche gelegt. Auch die Kinder wurden ins Bett gebracht und die Einkäufe erledigt. All die kleinen Gefälligkeiten und Dienstleistungen rund um eine Beziehung sind für dich ein Gradmesser der Liebe. Was fällt in einem Haushalt nicht alles an: Einen Schrank streichen, das Bad putzen, Tierkäfige reinigen, den Mülleimer leeren, den Rasen mähen oder die Steuererklärungen anfertigen… All dies erfordert Mühe, Kraft und Zeit.

Wenn du den Film „Mrs. Doubtfire“ (übrigens ein immer wieder sehenswerter Film, auch wenn er schon älter ist;) kennst, dann weißt du, wovon ich spreche. Miranda trennte sich von ihrem Daniel, weil er immer noch ein kindlicher Träumer war. Pflichten im Haushalt? Pah, nicht für ihn! Er war ein weiteres Kind, um welches sie sich kümmern musste. Erst, als er sich in Gestalt der „Mrs. Doubtfire“ vorbildlich im Haushalt und in der Kinderbetreuung betätigte, räumte sie ihm ein Sorgerecht ein.

Viele Frauen verlieben sich aufgrund der Tatsache in einen Mann, weil er so viel bei Projektarbeiten geholfen hat. Vielleicht war er auch in schwierigen Zeiten immer zur Stelle, um bei Umzügen oder der Organisation von Feierlichkeiten zu helfen.

Wenn du diese Sprache lernen möchtest, weil dein Partner sie spricht:

Du magst es überhaupt nicht, gleich „Hier“ zu schreien, wenn dein Partner mit einer Aufgabe nicht klarkommt? Versuche trotzdem, ihm einige Teilschritte abzunehmen. Wenn du für deinen Partner abwäschst (obwohl er eigentlich dran wäre), dann versuche dir die Hausarbeit ganz bewusst als Dienst an der Romantik vorzustellen. Überlege dir bei jedem Teller, welche spätere sinnliche „Belohnung“ es wohl dafür geben wird. Wetten, dass die Hausarbeit richtig deine Phantasie anregen wird? 😉

2. Sprache der Liebe: innige Zärtlichkeiten

Innige Zärtlichkeiten, aber auch kleine Berührungen, wie z.B. ein Küsschen im Vorbeigehen oder ein Streichen übers Haar: Das ist ganz deine Sprache – du fühlst dich geliebt. Du bist im siebenten Himmel, wenn du liebevoll umarmt wirst oder dir der Nacken gestreichelt wird. Händchenhalten und ein lieber Kuss? Immer wieder sehr gerne 🙂 Worte wie „Ich liebe dich“ zählen für dich nicht so viel – lieber „spürst“ du deinen Partner ganz nahe bei dir.

Auch die Wissenschaftler bestärken dich in „deiner Muttersprache“. Tastsinnsforscher Martin Grunwald von der Uni Leipzig findet beispielsweise, dass „Kuschelpartys“ eine tolle Sache sind. Es sei ein biologisches Grundgesetz, dass Körperberührungen zur Entspannung des Organismus beitragen. Im Gehirn nimmt der sogenannte Alphaanteil zu, das Kuschel – und Wohlfühlhormon Oxytocin wird ausgestoßen, und eine ganzes Feuerwerk biochemischer Reaktionen wird ausgelöst. Es ist erwiesen, dass Berührung beruhigt, Stimmungsschwankungen ausgleicht und das allgemeine Wohlbefinden fördert.

And what’s about Sex? Den brauchst du, damit du dich als aufregende und begehrenswerte Frau fühlst. Solltest du einen Mann kennenlernen, dem körperliche Nähe nicht so wichtig ist, kann es sein, dass du dich schnell ungeliebt, zurückgewiesen und unerwünscht fühlst. Also finde lieber jemanden, der deine Gaben zu schätzen weiß. Deine Massagen und liebevollen Zärtlichkeiten sind einfach Spitze 🙂

Wenn dein Partner die emotionale Sprache der Zärtlichkeit spricht und du diese lernen möchtest:

In deiner „Ursprungsfamilie“ wurde vielleicht nicht viel gekuschelt – und du hast Zärtlichkeiten zwischen deinen Eltern auch nicht gesehen. Alles lief immer sehr pragmatisch ab. Trotzdem wirst du dich sehr schnell an das Vergeben von Zärtlichkeiten gewöhnen und möchtest sie bald nicht mehr missen, wenn du einmal damit begonnen hast. Gib deinem Partner ab sofort ein liebevolles Küsschen, wenn er nach Hause kommt, statt gleich zu rufen: „Hast du schon eingekauft?“ 🙂

Verwöhne auch deinen Körper mit liebevollen Massagen und einer duftenden Körperlotion, statt nur schnell aus der Dusche zu springen und dich nach dem Abtrocknen gleich anzuziehen. Versuche auch im Berufsalltag, wie nebenbei die Kollegin am Arm zu berühren. Warum nicht einmal den weinenden Azubi einmal kurz umarmen? Du wirst auch hier sehen, wie „berührungslos“ die Menschen sonst agieren und wie sehr sie eigentlich diese kurzen Momente der Zugehörigkeit genießen. Es ist erwiesen, dass Yogalehrer, die ihre Schüler sanft korrigieren, beliebter sind als ihre KollegInnen, die ihre Anweisungen nur mündlich geben.

3. Sprache der Liebe: liebevolle Geschenke

„Ein Geschenk ist genauso viel Wert wie die Liebe, mit der es ausgesucht worden ist.“

Thyde Monnier

Liebevoll ausgesuchte Geschenke sind für dich ein sichtbares Liebeszeichen. Deshalb fühlst du dich in einer Beziehung besonders wertgeschätzt und geliebt, wenn dein Partner dir durch die Handlung des Aussuchens und Übergebens von großen oder kleinen Mitbringseln eine Freude macht. Geschenke haben für dich symbolhaften Charakter und stellen ein Sinnbild der Liebe dar. So wird beispielsweise auch ein Ehe- oder Verlobungsring für dich ein wichtiges, verbindendes Zeichen der Zugehörigkeit. Er bezeichnet nicht nur ein Schmuckstück. Nein, er ist ein Symbol für ein mentales Band: Zwei Herzen sind miteinander verbunden.

Du freust dich, wenn dein Partner für dich durch die ganze Stadt fährt, um deinen Lieblingswein oder deine geliebte Frühstückskonfitüre zu besorgen. Dann empfindest du ein geborgenes Gefühl und fühlst dich wohl in eurer Beziehung. Du magst es einfach, wenn dein Freund sich Gedanken um dich macht. Im Film „Harry and Sally“ wusste Harry immer ganz genau, dass Sally ihre Sauce gern auf einem Extrateller hat – und hätte zu jeder Tageszeit diesen „Extrateller“ besorgt.

Auch selbstgemachte oder spontane Präsente (die gar nicht teuer sein müssen) zeigen dir, dass du wichtig und wertvoll bist – so schenkst du selbst auch gern und suchst Geschenke immer sorgfältig aus. So bist du oft du auf der Suche nach schönen Grußkarten oder stellst selbst einen wunderbaren Blumenstrauß zusammen. Du nähst oder strickst vielleicht sogar selbst kleine Präsente und merkst dir immer, wenn deine Freundinnen oder dein Partner einen Wunsch äußern. Dann ist dir kein Flohmarkt oder Basar zu weit, um das Herzensgeschenk zu besorgen. Du wiederum bist enttäuscht, wenn ein anderer Mensch, der dir nahe steht, lieblose Dinge schenkt. So vielleicht eine Flasche Weißwein, den du nicht magst.

Wenn dein Partner diese Liebessprache spricht:

In eurer Familie wurde eher spärlich beschenkt, aber für deinen Freund ist diese Sprache der Liebe wichtig? Du denkst eher weniger an Geburtstags- und Valentinstagsgeschenke? Dein Partner hat deshalb schon mehr als einmal enttäuscht reagiert? Schau noch genauer hin, was dein Freund gerne mag: Vielleicht hat er einen Lieblingsduft, eine Vorliebe für Vintage-T-Shirts oder er liebt Dinge aus der Natur. Übung macht den Meister und auch du wirst belohnt, wenn er strahlt und sich verstanden und geliebt fühlt.

Auch wenn du ein eher sparsamer Mensch bist: Denke daran, dass ein Geschenk nicht viel kosten muss – was zählt, ist die Geste des Schenkens. Diese füllt den Liebestanks deines Partners auf und deine Beziehung wird harmonischer und erfüllter. Dein Freund wird in seiner Liebessprache antworten und deine Bemühungen zu schätzen wissen. Im extremsten Fall schenkst du dich selbst: Deine Zeit und deine Gegenwart 🙂

4. Sprache der Liebe: Lob und Anerkennung

Du fühlst dich von deinem Partner angenommen und geliebt, wenn er dich wertschätzt und dir ein aufrichtig gemeintes, liebes Kompliment macht. Er zeigt dir seine Achtung dir gegenüber, indem er zum Beispiel sagt: „Toll, dass du heute für uns gekocht hast.“ oder „Super, du hattest einen so anstrengenden Tag, hast aber trotzdem noch den langen Abendkurs durchgehalten – du ziehst eben alles durch, was dir vornimmst!“

Aber auch du bist eine wertvolle Unterstützung, denn du lobst selbst auch gern und machst deinem Partner in schwierigen Situationen Mut – du vermittelst ein Wohlfühlgefühl, dass er schon alles schaffen wird. Die richtigen Worte findest du, weil du genau die Träume und Wünsche deines Liebsten kennst und weißt, welche Talente er hat.

Aber auch im normalen Alltag findest du immer die richtigen Worte und Menschen gehen nach einer Unterhaltung mit dir gestärkt aus dem Gespräch.

Wenn in dir versteckte Ängste und Unsicherheiten schlummern, dann helfen dir ermutigende Worte. Wenn dein Partner gleichzeitig dein „Lebenscoach“ ist und dir bei der Entfaltung deiner Ziele zur Seite steht, bist du glücklich. Mit der Anerkennung deiner inneren Kräfte auf dem Weg zu deiner/eurer Vision fühlst du dich gestärkt und geliebt. Du weißt, dein Partner wird dir auf diesem Weg beistehen. Er besitzt die Stärke, dich zu deinem Lebenserfolg zu ermutigen.

Egal, worum es sich handelt: Ob du nun mehr Muskeln aufbauen möchtest, einen Kochkurs belegen oder ein Studium abschliessen möchtest – du brauchst einen Partner an deiner Seite, der diese Entfaltung mit dir lebt und mit dir mitfühlt – damit er genau die passenden Worte hat, die dich aufbauen, wenn es schwierig wird.

Wenn du diese emotionale Sprache der Liebe lernen möchtest, weil dein Partner sie spricht:

Versuche, deinem Partner jeden Tag ein Kompliment zu machen, auch wenn es noch so unbedeutend scheint. Das kann eine kleine SMS-Nachricht sein, dass du an ihn denkst oder in der du dich bedankst, wie schön er das Frühstück gemacht hat. Du kannst ihn auch im Beisein deiner Freundinnen, Kinder oder Eltern loben und ihm sagen, wie großartig er ist. Natürlich ist es wichtig, dass dein Lob aufrichtig ist und dein Partner spürt, dass es nicht nur leere Phrasen sind. Wenn du das Kompliment wirklich genau auf den Punkt bringst und schätzt, was er für dich tut, wird es super ankommen 🙂

Schreib eine Woche lang auf, mit welchen Worten du deinem Partner am jeweiligen Tag Lob und Anerkennung gegeben hast, damit du in Übung bleibst.
Beispielsweise: Montag „In diesem T-Shirt sahst du richtig knackig aus :-)“, oder Dienstag: „Toll, dass du an mein Mineralwasser gedacht hast“ etc.

Mach dir immer wieder klar, wie wichtig Worte für deinen Partner sind. Was möchte er erreichen? Schreib ihm eine Liebesbotschaft auf eine Karte: Deine Präsentation heute wird wieder der Knaller, da bin ich mir sicher!“

5. Sprache der Liebe: intensive Zweisamkeit

Deine emotionale Sprache der Liebe ist intensiv verbrachte Zweisamkeit. Damit ist nicht gemeint, dass ihr nebeneinander auf der Couch sitzt. Auch nicht, wenn du Fernsehen schaust, dabei die Wäsche legst und er spielt am Rechner.

Es ist wichtig, dass du die uneingeschränkte Aufmerksamkeit deines Partners hast, die in diesem Moment nur dir gilt. Das kann ein gemeinsamer Spaziergang durch einen Herbstwald sein, ein Konzert- oder Kinobesuch oder intensive Gespräche bei einem Glas Wein.

Oft hast du den Wunsch, deinem Partner all die kleinen und großen Begebenheiten, Sorgen, Anstrengungen oder Freude des Tages mitzuteilen. Wenn dein Partner dir zuhört und dich versteht, macht dich das glücklich. Manchmal ist es jedoch so, dass „zweisamkeitsbetonte“ Frauen Partner haben, welche irrtümlichen meinen, dass ständig sein rationaler Rat nötig wäre. Sobald die Frau die Dinge so regelt, wie es der Freund oder Ehemann geraten hat – dann müsste alles klar sein und die jeweilige Sache sei erledigt. Du möchtest dich aber einfach nur mitteilen und suchst nach Anteilnahme, wie dein Tag verlaufen ist – Rat wolltest du gar nicht.

Dies kann manchmal eine schwierige Angelegenheit sein, vor allem wenn (wie Chapman es nennt) ein „plätschernder Bach“ mit einem „toten Meer“ zusammen ist. Der „plätschernde Bach“ neigt dazu, alle Emotionen und Empfindungen mitzuteilen. Das „tote Meer“ hingegen schweigt sich beharrlich aus. Nach einigen Jahren kommt es dann (vielleicht) zu dem Phänomen: „Ich kenne meinen Mann eigentlich gar nicht!“. Dann ermuntere ihn, mehr über sich und seine Empfindungen mitzuteilen und aus seiner „rationalen Ecke“ herauszukommen. Nach und nach wird er verstehen, dass du in ihm den anteilnehmenden Zuhörer suchst und nicht den „emotionslosen Checker“.

Wenn du diese emotionale Sprache der Liebe lernen möchtest, weil dein Partner sie spricht:

Nimm dir jeden Tag einige Minuten Zeit, um mit deinem Liebsten zu besprechen, was tagsüber so passiert ist. Dabei solltest du ihm deine ganze Aufmerksamkeit schenken und nicht nebenbei noch einige Whatsapp-Nachrichten beantworten oder Posts auf Facebook lesen. Schaue ihm in die Augen und höre wirklich ohne Ablenkung zu. Frage deinen Partner, was er gern allein mit dir unternehmen möchte und plane diese Aktivitäten ganz bewusst ein. Widerstehe dabei dem Drang, all deine Freundinnen ebenfalls zu allein mit ihm geplanten Events einzuladen. Für deinen Partner ist die Zweisamkeit allein mit dir wichtig – so sorgst du dafür, dass sein Liebestank immer voll ist.

Spaziere mit ihm durch die Gegend, wo er aufgewachsen ist und frage ihn nach seiner Kindheit. Was sind die schönsten Erinnerungen an die Kindheit, was die schmerzhaftesten?

Bitte deinen Partner, eine Liste mit fünf Dingen zu erstellen, die er gern mit dir unternehmen würde. Versuche, diese Aktivitäten umzusetzen – wenn das Geld knapp ist, dann beratschlagt, wie ihr das „eine Nummer kleiner“ ausführen könnt.

Besucht den Stadtpark und mietet dort Fahrräder. Dann könnt ihr eine Runde um den Teich gehen und dort die Enten beobachten. Anschließend geht ihr vielleicht in den Rosen- oder Blumengarten. Mag dein Partner Pflanzen und wenn ja, welche?

Plane einen Wochenendausflug nur für dich und deinen Partner innerhalb des nächsten halben Jahres. Genießt die gemeinsame Zeit und sprecht über geplante Dinge und Visionen, die ihr in der Zukunft noch erreichen wollt.